Einfacher als ERASMUS - ins Ausland mit AIESEC

Du bist Student/in und möchtest ins Ausland. Kaum fängst du an, nach Möglichkeiten zu suchen, hörst du schon von allen Seiten von ERASMUS. 

Deine Fakultät bewirbt es, du findest Erfahrungsberichte, deine Kommilitonen planen schon ihren Aufenthalt… Jeder kennt es, denn wir sind die Generation ERASMUS. Uns werden immer die zahlreichen positiven Seiten des Programms vorgestellt und uns kommt es so vor, als sei das unser einziger Weg ins Ausland. 

Aber was bedeutet es eigentlich, sich auf einen ERASMUS Aufenthalt zu vorbereiten? Wann sollen wir uns dafür entscheiden und welche Alternative haben wir?


Meine ERASMUS-Zeit

Mein ERASMUS in der Slowakei war eine wertvolle Erfahrung, auf die ich gerne zurückblicke. In sechs Monaten habe ich die geheimnisvolle Sprache gelernt, das kleine Land kreuz und quer bereist und Leute aus ganz Europa kennengelernt, mit denen ich noch im Kontakt bin. 

Trotz allem habe ich am Ende geschworen, dass ich es nicht nochmal machen würde. Woran lag es? Niemand hatte mir erzählt, wie viel Arbeit es ist, sich auf einem Auslandsaufenthalt derart zu bewerben und wie viel Papierkram vor, während und nach dem Aufenthalt von einem gefordert wird. Mittlerweile glaube ich schon, dass sich soviel Mühe für so eine Erfahrung gelohnt hat, aber das ganze hatte meine Nerven und Geduld sehr auf die Probe gestellt.

Im Laufe meines Studiums wurde ich häufiger vom Fernweh gepackt. Dadurch habe ich andere Wege ins Ausland entdeckt und festgestellt, dass ein Auslandsaufenthalt auch deutlich einfacher geht. 

Am aller einfachsten ist es mit AIESEC gewesen: Durch die Organisation kannst du an einem (oder auch mehreren) sozialen Projekt teilnehmen oder ein Praktikum im Ausland absolvieren. Dabei musst du nur ein Land und ein Projekt auswählen: Die Organisation kümmert sich um fast alles weitere. 

Damit du besser verstehen kannst, wovon ich hier rede, werde ich meine Erfahrungen ein bisschen erzählen und auf den ganzen Prozess Schritt für Schritt eingehen.

 

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Die Bewerbung beim ERASMUS

Auf einem ERASMUS musst du dich in der Regel ca. ein Jahr im Voraus bewerben - eventuell sogar 18 Monate, wenn du dich für ein Sommersemester entscheidest.  Die ganze Bewerbung mit den jeweiligen Fristen dauert auch ein paar Monate. 

In dieser Phase bist du mit beiden Einrichtungen (Heimat- und Gastuniversität) ständig im Kontakt. Die Kommunikation läuft vielleicht nicht immer reibungslos - da kann einiges schiefgehen. Es ist nicht selten, dass du deswegen Fristen verpasst - zum Glück sind die ERASMUS-Beauftragten dies meist gewohnt und sehr entgegenkommend.

Die Bewerbung

Mittlerweile hat jede Fakultät in den meisten Unis eine große Auswahl an Ländern, manche sind jedoch beliebter als andere, weswegen sich meist mehr Leute auf einen Platz bewerben als verfügbar sind. 

Dein Lebenslauf und vor allem deine Noten sind hier entscheidend. Sollte es mit deinem Lieblingsland nicht klappen, musst du dich mit deiner zweiten oder dritten Wahl zufrieden geben. Es kann auch vorkommen, dass du dich,  im schlimmsten Fall, noch einmal bewerben musst, wenn die Restplätze bekannt gegeben wurden. Am Ende bekommen jedoch die meisten irgendwo einen Platz. 


Die Bewerbung bei AIESEC

Ein Auslandsaufenthalt mit AIESEC kannst du dagegen sehr spontan organisieren. Es gibt keine offizielle einmalige Frist, du kannst dich oft auch knapp vor Beginn eines Projektes noch anmelden

Falls du dir das wünschst, kannst du sogar innerhalb einer Woche nach deiner Anmeldung schon ein Projekt bekommen. Solltest du aber ein bisschen mehr Zeit brauchen, dir alles genauer zu überlegen und Antworten auf deine Fragen bekommen wollen, ist das kein Problem. 

Die Kommunikation läuft übrigens auch sehr schnell, denn die Organisation wird von Studierenden geleitet, die gerne über WhatsApp kommunizieren. Dies macht es natürlich um einiges schneller, als die Dozenten und Beauftragten, die nur in den Büroöffnungszeiten auf unsere Mails antworten.

Bezüglich der Länderwahl ist AIESEC auch sehr flexibel. Die Organisation hat einige Partnerländer in jeder Region der Welt und in jedem dieser Länder fangen Projekte (fast) jederzeit an. 

Knapp gesagt: Egal wann und wohin du willst, du findest immer etwas passendes. 

Außerdem helfen sie dir, dir dein Projekt "zusammenzustellen". Ist dir am wichtigsten, professionelle Erfahrung in einem bestimmten Bereich zu sammeln? Englisch oder eine andere Sprache zu üben? Ein Land kennenzulernen? Oder möchtest du am liebsten alles kombinieren? Dein Ansprechpartner weiß genau, welches Projekt und welches Land zu dir passt!


Ins Ausland mit AIESEC: Voraussetzungen

Wie eben erwähnt, kannst du dich mit AIESEC zwischen freiwilligen Projekten und Praktika entscheiden. Die meisten Aufenthalte sind für kürzere Zeiträume gedacht (6 - 8 Wochen), nur bestimmte Praktika können auch über ein Jahr dauern. 

Auch kurze Aufenthalte kannst du aber kombinieren und somit verlängern. Das ist eine Möglichkeit für diejenigen, die ein ganzes Semester im Ausland planen. Du kannst dadurch zwei/drei Länder oder zwei Städte im selben Land kennenlernen oder auch in derselben Stadt verschiedene Bereiche ausprobieren: Zum Beispiel kannst du so ein professionelles Praktikum mit einem Freiwilligenprojekt in einer NGO kombinieren. Das bedeutet, dass AIESEC sich ganz nach deinen Vorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen gestalten lässt.

Möglichkeiten

Du fragst dich noch, welche Voraussetzungen du mitbringen musst, um teilzunehmen? Kaum welche! 

Da AIESEC eine Jugendaustauschorganisation ist, gibt es eine Altersgrenze von 18 bis 30 Jahren, die fast alle jungen Interessenten ohnehin erfüllen. Solltest du zur entsprechenden Altersgruppe gehören, ist dir die Vermittlung fast gewiss.

Für die freiwilligen Projekte reicht meistens deine Motivation, denn du wirst das Projekt meist mit erfahrenem Personal zusammen durchführen. Du arbeitest in einem internationalen Team, in dem sich jeder gegenseitig ergänzt. So bist du nicht an deinen Studienfächer und bisherige Erfahrungen gebunden. 

Für Praktika ist meist ein bisschen Erfahrung in dem Bereich nötig und für manche Projekte werden eventuelle zusätzliche Sprachkenntnissen erwartet oder empfohlen - die Arbeitssprache ist aber sehr oft Englisch. 

Die Voraussetzungen für die jeweiligen Projekte werden dir vor- oder spätestens während der Bewerbung vorgestellt. Weil wir schon bei der Bewerbung sind: Diese ist überhaupt nicht aufwendig und geschieht mit einem Klick - das macht einen riesigen Unterschied zum ERASMUS-Programm; nachdem du dir ein Profil erstellt und dir mithilfe deines Ansprechpartners Projekte ausgesucht hast, musst du nur noch auf dem "Apply-Button" klicken, um danach vom Gastland kontaktiert zu werden und alle deine Fragen zum Projekt stellen zu können.  

 

Während des ERASMUS-Aufenthaltes

Learning Agreement ist ein Wort, das ich nach meinem ERASMUS Aufenthalt einigen Monaten lang nicht mehr hören wollte. Unter diesem Namen versteckt sich eine Liste von Kursen, die du aus dem Angebot der Gastuniversität auswählen musst. Die Heimatuniversität muss dann bestätigen, dass die Kursen fürs Studium angerechnet werden können. 

Das Problem ist nun, dass du diese Kurse relativ früh auswählen musst. Meistens steht das Semesterprogramm der Gastuniversität für das jeweilige Semester noch nicht fest, so muss der Austauschstudent Kurse aus früheren Semestern auswählen. In 99% der Fälle gibt es Änderungen und du musst deswegen diese Liste nochmal ausfüllen, wenn das Programm veröffentlicht wurde.

Falls sich im Laufe des Semesters weitere Änderungen ergeben und du zusätzliche oder weniger Prüfungen ablegst, musst du das Dokument zum dritten Mal ausfüllen. Jede Version muss von den jeweiligen Zuständigen aus beiden Universitäten unterschrieben werden und das ist nicht immer so einfach, gerade, wenn du schon im Ausland bist. 

Learning Agreement

Als ERASMUS-Student wirst du teilweise wie ein/e regulär/e Student/in behandelt und musst verschiedene Prozedere durchgehen, u.a. Immatrikulation an der Gastuniversität, Registrierung für die Bibliothek, Polizeibesuch, um sich im Land anzumelden… Es ist sinnvoll, sowohl beim Ein- als auch beim Ausreisen zumindest eine Woche dafür einzuplanen.

Zum Glück ist in manchen Ländern das Buddy-System sehr ausgeprägt; engagierte Studierende helfen Austauschstudierenden im Alltag, insbesondere in den ersten Wochen und bei den bürokratischen Angelegenheiten. In anderen Ländern bekommst du jedoch nur Anleitungen und musst alles allein herausfinden.


So leicht geht´s ins Ausland mit AIESEC

Mit AIESEC fällt natürlich der ganze Papierkram um die Anerkennung weg. Möchtest oder kannst du dir das Praktikum anrechnen lassen, solltest du das mit deiner Fakultät rechtzeitig klären. Bei weiteren Angelegenheiten bekommst du Unterstützung von der Organisation, denn sowohl in Deutschland als auch im Ausland hast du Ansprechpartner, die ab der Registrierung und Bewerbung für die ganze Dauer des Projekt bis zur Rückkehr ins Heimat einem zur Seite stehen. 

Weil die Aufenthalte in der Regel kurz sind, wird meist keine offizielle Anmeldung im Land gebraucht. Für viele Länder hast du als deutscher Staatsbürger bis 90 Tagen Visumsfreiheit, aber für den Fall, dass du doch ein Visum benötigst, bekommst du von der Organisation alle wichtige Informationen.

Eine weitere gute Nachricht: Mit AIESEC kannst du auch nach deinem Abschluss oder zwischen Bachelor und Master ins Ausland und musst nicht mal immatrikuliert sein. Wichtig ist nur, dass du zu Beginn deines Projekts oder Praktikums maximal 30 Jahre alt bist.

 

Lebenshaltung (und -Kosten) im ERASMUS

Kosten

Ich hatte auf meinem ERASMUS-Aufenthalt Glück, denn ich musste lediglich in der Bewerbung ankreuzen, dass ich mir ein Zimmer wünsche und die Gastuniversität hat es tatsächlich für mich erledigt. Zwar war es ein Dreibettzimmer, welches ich mir teilen musste, aber für ein Semester war das für jeden völlig in Ordnung. Ob dies bei jedem so leicht erledigt ist, oder ob du dich selbst drum kümmern musst, hängt immer von der Gastuniversität ab. 

Aber lass uns jetzt über die Finanzierung reden: Je nach Land kannst du eine bestimmte Summe von einem ERASMUS-Stipendium bekommen, wofür du dich nicht extra bewerben musst (es ist im langen Bewerbungsprozess inbegriffen). 

Das sollte in der Regel ausreichen, um die Miete zu zahlen. Manchmal ist es nicht wirklich genug, manchmal bleibt aber sogar etwas übrig. Ich habe zum Beispiel 200€ monatlich bekommen, da die Slowakei ziemlich billig ist und habe nur 60€ davon für mein Bett im Wohnheim bezahlt, die übrigen 140€ haben knapp für die Einkäufe ausgereicht. Meine Freunde, die in Rom oder London waren, konnten jedoch mit den damaligen 350€-Stipendien für ihre Gastländer kaum die Mietkosten decken.


Die Kosten im Ausland bei einem AIESEC-Aufenthalt

Mit AIESEC musst du in der Regel weder eine Unterkunft suchen, noch eine bezahlen - Ausnahme sind die längeren Praktika, bei denen du aber ein Gehalt bekommst und von der Organisation sehr aktiv bei der Suche unterstützt wird. 

Du bezahlst an AIESEC eine einmalige Gebühr unabhängig von der Dauer des Projekts. Diese Gebühr (400 € für die Freiwilligenprojekte oder 460 € für die professionellen Praktika) ist meist niedriger als eine durchschnittliche Miete in Deutschland und wenn du dein Zimmer untervermietest, machst du häufig sogar Plus. 

Die Gebühren für weitere Projekte sind viel niedriger (160 €), unabhängig davon, ob du das zweite Projekt direkt im Anschluss oder irgendwann später machst. Unter bestimmten Bedingungen kannst du dich auch auf Stipendien wie vom DAAD bewerben. Bei Interesse, frag einfach deine/n persönlichen Ansprechpartner/in, der/die kann dir weitere Infomationen geben.

 

Fazit

Falls du dich für einen ERASMUS-Aufenthalt interessierst, solltest du es auf jeden Fall rechtzeitig planen und bereit sein, viel Zeit in die Vorbereitung zu investieren. Das gilt nicht nur für die Bewerbung, sondern auch für den ganzen Prozess, die Zeit des Aufenthalts und die Zeit nach der Rückkehr, bis alle Leistungen von der deutschen Universität anerkannt werden.

ERASMUS ist eine wunderschöne Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann.  Umso wichtiger finde ich es aber, alles transparenter zu machen, damit jeder weiß, wie viel Aufwand das ist. 

Und noch wichtiger: Du solltest nicht verzweifeln, falls ein ERASMUS für dich nicht in Frage kommt. Hast du die Anmeldefristen verpasst? Bist du nicht im richtigen Semester? Oder nicht mehr Student? Vielleicht möchtest du gar nicht so lange ins Ausland oder deine Sprachkenntnisse reichen nicht aus, um in deinem Traumland zu studieren?

Es gibt unzählige Gründe, woran es scheitern kann und warum ein ERASMUS-Aufenthalt für dich nicht in Frage käme. Aber du hast Glück, denn AIESEC macht es dir ganz leicht und ist die Lösung für deine Probleme: Mach's wie ich, mach's mit AIESEC!

Melde dich dafür einfach ganz unverbindlich bei AIESEC an (hier geht es zur Anmeldung) - es wird sich innerhalb eines Tages ein Mitglied bei dir melden und du kannst all deine Fragen loswerden. Lass dich von den tollen Erfahrungen inspirieren: Hier geht's zu den Erfahrungsberichten.

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