Reisen
March 9, 2019

7 Dinge, die Du noch nicht über Brasilien wusstest

7 DINGE DIE DU NOCH NICHT ÜBER BRASILIEN WUSSTEST!


1. ESSEN, ESSEN, ESSEN

Die Küche Brasiliens ist so vielfältig wie das ganze Land selbst. Von köstlichen Fleisch- und Fischgerichten, frischem, exotischem Obst bis zu leckeren Drinks und Erfrischungsgetränken. Es gibt so unglaublich viele Speisen und Getränke, dass es unmöglich ist sie hier alle aufzuzählen. Das Nationalgericht von Brasilien ist Feijoada, eine schwarze Bohnenbrühe mit getrocknetem, gesalzenem und geräuchertem Fleisch. Genause wie das Nationalgetränk Caipirinha hat es seinen Ursprung aber eigentlich in Portugal. Brasilien ist seit 150 Jahren einer der größten Kaffeeproduzenten der Welt, mit einer enormen Variation. In den 1920er Jahren hat Brasilien 80 Prozent des weltweiten Kaffeebedarfs gedeckt!

Ein kleiner Einblick von Helen aus Regensburg während ihres Global Volunteers in Florianópolis.


2. HEIMAT VON 21 UNESCO WELTKULTURERBEN

Brasilien ist mit etwa 210 Millionen Einwohnern und 8.516.000 km²  das fünftgrößte Land der Welt. Hier lebt mehr als die Hälfte der Südamerikanischen Bevölkerung!
Brasilien schließt an jedes andere Südamerikanische Land und macht dabei 47 Prozent des Kontinents aus.
Gleichzeitig sind hier 5.9 millionen km² des Amazonas-Regenwalds zu finden, in welchem zahlreiche amerikanische Ureinwohner, und etwa 70 unkontaktierte Stämme, leben.
Brasilien hat eine der größten Artenvielfalten dieser Welt. Über 4 Millionen Pflanz- und Tierarten leben hier, unter anderem mehr als 80 verschiedene Affenarten zu finden. Man sagt zudem, dass hier die besten Strände der Welt zu finden sind. Viele davon sind in den 21 Unesco Welterbe Kulturstätten, unter anderem den Iguacu National Park mit seinen wunderschönen Wasserfällen, zu finden.
Unter anderem ist Rio de Jeneiro seit 2016 offiziell Weltkulturerbe.  Bekannt ist die Metropole vor allem durch seine Statue Cristo Redentor, welche 38 meter hoch und 638 Tonnen schwer ist.
Bild von Helen aus Regensburg.

3. BRASILIEN, HEIMAT DER FRANZOSEN, SPANIER, PORTUGIESEN, JAPANER & DEUTSCHEN

Brasilien, eine ehemalige portugiesische Kolonie, ist das einzige Land in Südamerika in welchem kein Spanisch gesprochen wird. São Luís, Hauptstadt von Maranhão, ist die einzige Stadt in Brasilien, welche von Franzosen gegründet wurde. Alle anderen wurden entweder von Spaniern oder Portugiesen gegründet. Etwa 1,5 bis 2,5 Millionen Brasilianer sind japanischer Herkunft, damit ist in Brasilien die größte japanische Gemeinschaft außerhalb Japans! Japanische Einwanderer brachten so die in Sao Paulo zu findenden Kirschblüten mit sich. Und was ist mit den Deutschen? Nach dem zweiten Weltkrieg flohen viele Nazionalsozialisten, unter anderem Josef Mengele, nach Brasilien.

4. INTROVERTIERTE BRASILIANER GIBT ES NICHT

So etwas wie einen introvertierten Brasilianer gibt es nicht. Zumindest ist dies durch die Offenheit und Gastfreundschaft schwer zu glauben. Die Brasilianische Kultur ist sehr lebhaft und farbenfroh, nach nur wenigen Stunden ist auch der letzte aus seinem Bequemlichkeits-Kokon geschlüpft und wird von der lebhaften Kultur angesteckt.
Gleichzeitig ist das Land bekannt für sein Motto “Ordem e Progresso”, was so viel bedeutet wie Ordnung und Fortschritt. Hier wird nicht nur Karneval gefeiert, sondern auch hart gearbeitet. Dieses riesige Land hat hunderte Orte und Dinge die es zu entdecken gibt. Es gibt jedoch auch eine andere Seite Brasiliens. Diese andere, weniger farbenfrohe Seite findet man seltener in Top 10 Listen.

5. TIERE - ZWISCHEN GESETZEN UND LOSER VERANTWORTUNG

Zwar gibt es eine strikte Gesetzgebung zum Schutz von Tieren und Umwelt, welches den Schutz von Tieren und die Verteidigung ihrer Rechte fordert, jedoch sieht die Realität etwas anders aus.  Überall gibt es Straßenhunde und die Leute fühlen sich nicht verantwortlich für die Tiere. Viele Tiere werden auf der Straße geboren und haben nie ein richtiges zu Hause. Einen Hund zu besitzen bedeutet für viele ihn einfach auf der Straße laufen zu lassen und von Zeit zu Zeit zu füttern. Impfung, Kastration und Sterilisation kommen kaum vor.
Die Straßen werden von Behörden “gesäubert”, indem streunende Katzen und Hunde eingefangen und getötet werden. Eva hat während ihrem Global Volunteer mit einer NGO zusammengearbeitet, welche sich für den Schutz streunender Hunden einsetzt.

“When I first got to Brazil I didn´t really know what the organization I am supposed to work for really stands for and what their actual goal was. Due to language problems it took a while to figure that out but once I did it was not hard to commit to them. It's insane how much they care about their work, they really love what they do and do everything to help any kind of animals. I am an animal lover so the people from the NGO caught my attention super quickly. We made lots of plans in the beginning, unfortunately not all of them were successful, but every other little success was already a big deal for both, the NGO and me. I loved being part of that work, animals have better souls than people so they deserve to be healthy and feel loved! I would never want to miss this experience, thanks for giving me this opportunity!” - Eva aus Regensburg

6. POLITIKER REGIEREN MIT DEM MOTTO GEWALT GEGEN GEWALT

Der Rechtsextreme Politike Jair Bolsonaro gewann mit dem Motto “Brasilien über alles - Gott über Allen” die Wahl zum Präsidenten des Landes im Herbst 2018 mit einer beispiellosen Hetzkampagne, Tabubrüchen und gnadenloser Polarisierung.
Sein Motto: Gewalt mit Gewalt begegnen!
Nach ihm sind Waffen ein lebloses Objekt, welches man genauso zum Töten, wie zum Retten von Leben benutzten kann. Es ist eine Politik in welcher Polizisten nicht juristisch verfolgt werden, sollten sie Verdächtige während ihrer ARbeit töten. Eine Politik in welcher das Erwachsenenstrafrecht ab 16 Jahren angewendet wird, Häftlingen das Recht auf Freigang gestrichen wird und verurteilten Vergewaltigern mit Kastration gedroht.
Der zweite elementare Bestandteil seiner Erfolgsgeschichte ist das Hetzten gegen alles das anders ist als er, sprich weiß, männlich und heterosexuell. Er wettert gegen Schwarze, Indigene, Frauen und vor allem gegen Heterosexuelle.
Kein Wunder also, dass viele Brasilianer voller Vorurteile aufwachsen, so auch gegen Deutsche. Marvin erzählt nach seinem Aufenthalt in Brasilien folgendes:

“Ich denke, dass ich den Personen, die ich in Brasilien kennen gelernt habe viel über die deutsche Kultur erzählen konnte. Mir war es möglich viele Vorurteile abzubauen und ihnen einen guten Einblick zu gewähren. Zurück in Deutschland konnte ich meinen Freunden und meiner Familie sehr viel über die Kultur von Brasilien erzählen. Dadurch haben viele Personen in meinem Umfeld die deutsche Kultur hinterfragt und sind sogar teilweise, deutlich offener geworden.” - Marvin aus Münster

7. ARMUT / BILDUNG

In Brasilien lebt etwa ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Und mit der neuen Politik Jair Bolsonaro´s geht die Schere zwischen Arm und Reich zunehmend auseinander. Es ist nicht selten, dass Kindern aus armen Verhältnissen der Zugang zu Bildung fehlt. Viele werden zu Kinderarbeit oder Sexarbeit gezwungen. Dazu kommt, dass staatliche Schulen einen schlechten Ruf haben, gleichzeitig private Schulen für die meisten viel zu teuer. Hannah hat ihr Freiwilligenprojekt in einer Brasilianischen Kindertagesstätte gemacht und erzählt von ihrer Erfahrung.

“Ich habe mein Projekt in einer Kindertagesstätte verbracht. Die Kids in Brasilien gehen in Schichten zur Schule: entweder am Vormittag oder am Nachmittag. Damit sie die restliche Zeit nicht allein daheim oder auf der Straße verbringen gibt es solche Kindertagesstätten. Sie sorgen dafür, dass die Kinder einmal am Tag eine warme Mahlzeit, Liebe und Aufmerksamkeit bekommen. Meine Aufgabe war es Unterrichts- und Spielstunden zu gestalten und die Organisation auf Social Media publik zu machen, da sie ohne Spenden nicht überleben kann. Ich wusste so gut wie nichts von Brasilien außer die bekannten Stereotypen und jetzt bin ich verliebt in das Land und die Leute. und erzähle es jedem der es hören will (oder auch nicht). Genauso konnte ich dort viel von Deutschland und Europa erzählen. Natürlich habe ich in meiner Zeit nicht das Leben der Kinder verändert, aber durch das Projekt werden sie aufwachsen immer umgeben von Volunteers aus der ganzen Welt, sie werden mehr Nationen in ihrer Kindertagesstätte treffen als jemals sonst. Ich bin mir ganz sicher, dass sie das inspirieren und weiter bringen kann... in welcher Weise auch immer.”




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