Bedingungslose Herzlichkeit - so lernte Eva durch ihr soziales Projekt im Ausland die Indonesier kennen

Auch wenn sie aufgrund des Corona-Virus  nur zwei der geplanten sechs Wochen in Indonesien verbrachte, konnte Eva die indonesische Kultur, das alltägliche Leben und die Lebensfreude der Menschen hautnah erleben. 


Bedingungslose Herzlichkeit erwärmt auch fremde Herzen - so beschreibt die Regensburgerin ihre Erfahrung. Lest hier, was sie erlebt hat:

Mein soziales Projekt in Indonesien

Im Rahmen meines Lehramtsstudiums habe ich das soziale Projekt “Open up your mind 12.0” in Indonesien als pädagogisch-didaktisches Praktikum gemacht und besuchte vor Ort mehrere Schulen. 

Meinem Gastvater gehörte eine "Nachmittagsschule", in der die Kinder neben ihrem normalen Schulunterricht am Nachmittag nochmal intensiveren Englischunterricht besuchen konnten. Diese "English Courses" gab es in fast jedem Stadtteil von Palembang. 


Meine Aufgaben im sozialen Projekt

Damit ich alle Schüler/innen mal besucht hatte und jeder mich mal treffen konnte, war ich jeden Tag in einer anderen Schule und stellte mich in den unterschiedlichen Klassen vor.

In den Schulen habe ich zu Beginn nur meinen Namen und meine Herkunft verraten. Anschließend durften sie mir auf Englisch Fragen stellen

Meine Aufgabe bestand in erster Linie darin, einfach mit den Schüler/innen auf Englisch zu kommunizieren, damit sie die Angst und die Scheu davor verlieren, auf Englisch zu sprechen.  So entwickelte sich beispielsweise bei den Schüler/innen im Alter von 13-17 Jahren oft ein nettes Gespräch auf Englisch. 

Die Schüler/innen stellen sehr viele Fragen: Über mich, Deutschland und die deutsche Tradition, meinen Eindruck von Palembang, über Covid-19 - ja einfach über alles, was sie so interessierte - und das war eine Menge! 

Interessierte Schüler fragen Eva alles mögliche


In der zweiten Woche besuchte ich zusammen mit meinem Supervisor-Teacher zwei Schulen außerhalb von Palembang, in Pali und in Pagaralam. 

Hier war ich vermutlich der erste Ausländer (helle Haut, helle Haare, helle Augen, Sommersprossen, ... ), den sie je gesehen haben - zumindest haben sie mich wie einen Star behandelt und wollten alle immer Fotos mit mir machen. 

Es konnte manchmal tatsächlich anstrengend werden, aber alle Leute, die ich kennenlernen durfte, waren super herzlich und freundlich zu mir. Es hat ihnen eine Riesenfreude bereitet, mit einer Deutschen ein Foto zu machen. Deshalb habe ich das sehr gerne mitgemacht und hatte auch selber wirklich viel Spaß dabei.  

In den nächsten Wochen sollte ich eigentlich auch unterrichten und eben weiter mit ihnen ihr Englisch üben, aber dazu ist es leider aufgrund des Corona-Virus nicht gekommen. Ich musste nach den ersten zwei Wochen abbrechen und Indonesien verlassen.

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So lebte ich in einer indonesischen Gastfamilie

Meine Gastfamilie bestand aus Vater, Mutter, zwei Töchtern (14 und 16), einem Sohn (10), zwei Hausmädchen (ca. 20) und zwei süßen Hunden. 

Die Familie hatte schon mehrere Projektteilnehmer von AIESEC bei sich zuhause und waren auf meinen Aufenthalt vorbereitet: Ich hatte mein eigenes Zimmer und meine eigene Dusche, wurde jederzeit mit leckerem Essen verwöhnt und hatte auch sonst keinen Grund, mich nicht willkommen und wohl bei meiner Gastfamilie zu fühlen. 

Schon nach der ersten Woche waren sie wie eine zweite Familie für mich.

Wie eine zweite Familie - Evas Gastfamilie in Indonesien


Indonesien erleben - das habe ich in der freien Zeit gemacht

Auch mein Buddy Nadya und die anderen AIESEC Mitglieder haben uns Volunteers alle sehr, sehr herzlich und voller Vorfreude aufgenommen.  

Fast jeden Tag hat irgendjemand von den Indonesiern in unsere gemeinsame Whatsapp-Gruppe geschrieben und uns Freizeitaktivitäten angeboten. 

Am ersten gemeinsamen Wochenende wurde eine Tour durch Palembang organisiert. Wir fuhren mit dem Boot zu einer traditionellen "Kleidungsfabrik", zu einer geschichtlichen Insel und besuchten am Abend noch den traditionellen Stadtmarkt. 

Das war eine extrem interessante und spannende Erfahrung, weil ich dort nicht nur mehr über Palembang und Indonesien erfahren konnte, sondern auch über Russland, Japan, Marokko, Vietnam uvm. - durch die anderen Teilnehmer des Projektes.

Eva mit den anderen Projektteilnehmern


Das Wichtigste, was ich durch meine Erfahrung in Indonesien gelernt habe, ist…

Die ersten paar Tage waren nicht leicht für mich, da ich mich trotz meiner tollen Gastfamilie, Schule und Buddies fremd und allein gefühlt habe. 

Du kommst in ein neues Land, in dem die meisten Leute noch nie jemanden wie dich gesehen haben und wirst beobachtet. Du kommst in eine neue Klimazone und musst ständig schwitzen. Du bekommst Essen aufgetischt, was du noch nie zuvor gesehen hast ... 

Du bist einfach fremd und alles ist dir fremd. 

Aber nach knapp einer Woche habe ich mich angekommen und wohl gefühlt - das war ein tolles Gefühl. 


Es ist völlig normal, dass man ein paar Tage Zeit braucht, um sich an dieses neue Land und Leben zu gewöhnen. Es ist auch in Ordnung, wenn man ein paar Tage dafür Zeit braucht. Man muss nur ein bisschen durchhalten, sowie sich offen und frei auf alle neuen Erfahrungen einlassen

Die Erlebnisse und Eindrücke, die man dann sammeln darf, sind unbeschreiblich und sehr intensiv. 

Erlebe die Natur von Indonesien


Ich denke, das Wichtigste, das ich in diesem Auslandsprojekt lernen durfte, war die Erkenntnis, offen und voller Vorfreude die Momente auf sich zukommen zu lassen und sie zu genießen. Und selbst schlechte Erfahrungen, sind Erfahrungen, aus denen du für dein Leben lernen kannst.


An diese Erfahrungen werde ich mich immer erinnern

Die bedingungslose Herzlichkeit der Leute! 

Anfangs war ich etwas skeptisch und dachte, die Indonesier wären zwar freundlich und höflich, aber eher distanziert und schüchtern. Allerdings war das überhaupt nicht der Fall. 

Die Leute sind sehr, sehr offen und gehen auf dich zu, fragen, was ihnen gerade durch den Kopf geht und sind von Anfang an deine Freunde. Sie lachen laut und viel, sehen Regeln eher locker und genießen das Leben, wie es ist

Diese Lebenseinstellung, das Vertrauen zu anderen Leuten und diese bedingungslose Herzlichkeit haben mich persönlich sehr beeindruckt und werden mich ein Leben lang begleiten.


Diesen Effekt hat eine Erfahrung wie meine auf die Gesellschaft

Ich denke, durch solche Erfahrungen und Projekte, lernt man als Person offener und auch selbstständiger zu werden. 

Du bist gezwungen, dich auf die Leute, sowie auf die Situation einzulassen - davon können du und deine Persönlichkeit enorm profitieren. 

Außerdem kann man dadurch verschiedene Länder, Leute und Kulturen mit der eigenen vergleichen - und sich dadurch glücklich schätzen, in Deutschland bzw. Europa aufwachsen zu dürfen. 

Andererseits kann man aber auch Dinge für sich mitnehmen, die andere Kulturen schöner oder besser machen als die eigene. 

Ich denke, jedem Menschen würde eine solche Erfahrung viel für sein eigenes Leben nutzen und wenn es mehrere Menschen machen, dann auch der Gesellschaft. 

Das Gastland bekommt Ausländer zu sehen und darf seine eigene Kultur sowie das eigene Land stolz präsentieren. Sie können zudem auch die neue Kultur durch Gespräche oder Vorträge kennenlernen. 

Und das Heimatland profitiert wiederum von den Geschichten und Erzählungen über die Auslandserfahrungen der Projektteilnehmer. Hierdurch geschieht ein sehr wichtiger Austausch und gewisse Freundschaften können eine starke Bindung zwischen verschiedenen Ländern bilden.


Trauriger, vorzeitiger Abschied

Ich wurde aber sehr lieb und rührend von meiner Familie, meinem Buddy und meinen neuen Freunden verabschiedet und haben uns versprochen, dass wir uns wiedersehen werden. 

Nach nur zwei Wochen Kontakt weiß ich, dass diese Leute mir für immer in Erinnerung bleiben werden und sie einen Platz in meinem Herzen haben.

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