Reisen
July 9, 2020

10 Orte, die du in Südamerika unbedingt gesehen haben musst (inkl. exklusiver Reiseroute)

Wie bei allen sicherlich bekannt ist, wäre eine Reise in der aktuellen Situation (COVID-19) nicht wirklich sinnvoll. Nicht nur, dass in vielen südamerikanischen Ländern der Virus weit ausgebrochen ist - die Länder haben stark mit dem eindämmen zu kämpfen, so dass viele öffentliche Geschäfte wie Restaurant geschlossen haben. So macht das Reisen sicherlich nicht wirklich Spaß. Dennoch möchte ich dir - für die geplante Reise nach Corona - hier ein paar Tipps mit an die Hand geben, so dass du wirklich alles in Südamerika gesehen hast!


Ob Gletscher in Argentinien, die Weiten der Wüste in Chile, traumhafte Strände in Kolumbien, Dschungel oder das riesige Gebirge der Anden – Südamerika hat so einiges zu bieten. Kaum ein Kontinent kann eine derart hohe Artenvielfalt und verschiedene Klimazonen aufzuweisen. In diesem Blogbeitrag möchte ich dich auf eine virtuelle Reise durch die schönsten Orte des Kontinents nehmen und ihn dir in seiner vollen Pracht zeigen. Hier meine 10 Lieblingsorte, die du unbedingt in Südamerika gesehen haben musst!

1. San Pedro de Atacama (Chile)

San Pedro de Atacama ist ein kleiner Ort mitten in der Atacama-Wüste im Norden Chiles.  Dort beginnt die Route durch den Nationalpark bis zur Salar de Uyuni, die ich im dritten Punkt genauer vorstellen werde, aber auch der Ort allein mit seinen vielfältigen Ausflugszielen in der näheren Umgebung lädt ein, mehrere Tage bis zu einer Woche dort zu verbringen. Von dort aus bietet sich die Möglichkeit, die Atacama-Wüste in seiner vollen Pracht zu entdecken. Ob die Tour ins Valle de la Luna, nachts eine Tour in die Wüste und den unglaublichen Sternenhimmel betrachten oder Los Geysers del Tatio (hier im Bild). Absolut sehenswert! 


Los Geysers del Tatio


2. La Paz und Carretera de la Muerte (Bolivien)

Ebenso wie in San Pedro de Atacama empfehle ich, für La Paz, die Hauptstadt Boliviens, ausreichend Zeit einzuplanen, da ich von der Stadt, den Möglichkeiten zum Besichtigen und von den Leuten, die ich getroffen habe, so begeistert war. 

Zunächst ist zu sagen, dass dir bereits beim Grenzübertritt von Chile nach Bolivien oder auch von Peru nach Bolivien gleich starke Unterschiede bei der Konstruktion der Häuser, der kompletten Infrastruktur und auch den Leuten auffallen. So war auch der Besuch von La Paz für mich persönlich einzigartig, da dort die Leute und die Kultur wiederum völlig unterschiedlich waren. 

Mein Highlight: Die Downhill-Mountainbike-Tour auf der Caretera de La Muerte, der gefährlichsten Straße der Welt, bei welcher du über 2000 Höhenmeter überwindest und dir dabei ein einzigartiges Naturschauspiel bietet. 

Für mich war diese Tour ein einmaliges Erlebnis, das ich nie wieder missen wollen würde. Mir wurde zuvor gesagt, dass die Tour sehr sicher sei und einem dabei nichts passieren könne. Dennoch erfuhr ich vom Tourguide, dass jährlich immer noch mehrere Menschen – auch bei den Mountainbike-Touren sterben würden. Auch die zahlreichen Kreuze am Wegesrand erinnern einen an die zahlreichen Toten, die es gab, bevor schließlich die neue, breitere Umgehungsstraße gebaut wurde. 

Meine Empfehlung: Einfach vorsichtig fahren. Sei dir der Gefahr bewusst, der du bei Unachtsamkeit ausgesetzt sein kannst und genieße die einzigartige Landschaft, denn es ist wahrhaft ein Traum.

traumhafter Ausblick

3. Salar de Uyuni (ganzer Nationalpark, Chile und Bolivien)

Von San Pedro de Atacama (wenn du von dieser Seite aus startest – es gibt natürlich auch die Option von Uyuni aus zu starten) beginnt schließlich auch die Route durch den Nationalpark, in welchem du die Grenze von Chile nach Bolivien überquerst und in welchem du die Laguna Colorada mit ihren Flamingos, die Laguna Blanca, Laguna Negra, Alpacas und Lamas, Esel und vieles mehr sehen kannst. 

Salar de Uyuni

Du verbringst auf der dreitägigen geführten Jeep-Tour auch eine Nacht auf über 2.000 Höhenmetern. Zuletzt erreichst du die Salar de Uyuni, den größten Salzsee der Welt. Willst du jedoch einzigartige Fotos schießen, solltest du die Reisezeit genauer planen, da dies nur während der Regenzeit möglich ist, also meistens im Februar, weil sich dann die Salar in eine wunderschöne Spiegellandschaft entwickelt. Aber auch zu anderen Zeiten lassen sich dort einzigartige Fotos schießen. Zuletzt erreichst du Uyuni, wo du einen alten Zugfriedhof besichtigen kannst.


 4. Parque Tayrona (Kolumbien)

Der Parque Tayrona ist ein Nationalpark an der Karibiküste Kolumbiens nähe Santa Marta. Unberührter Urwald mit traumhaften Stränden und einer einmaligen Tierwelt erwarten dich bei deinem Abenteuer in den Nationalpark. 

Von Strandabschnitt zu Strandabschnitt kannst du den Park erkunden und schließlich die Nacht in der Hängematte oder einem Zelt verbringen, weit entfernt von Restaurants und Geschäften. Die wunderschöne Natur, das Beobachten der Äffchen und die raue See, die an bestimmten Plätzen aber auch die Möglichkeit zum Baden bietet, schaffen ein einmaliges Erlebnis. Unbedingt mindestens zwei bis drei Tage einplanen!


Parque Tayrona

5. Minca (Kolumbien)

Minca ist ebenso ein Paradies wie der Parque Tayrona. Jedoch liegt es nicht am Meer, sondern ein Stück im Landesinneren in den Bergen Kolumbiens. Angekommen im höchsten Küstengebirge der Welt kannst du die schönsten Sonnenuntergänge mit Meerblick bewundern, kleine Wasserfälle erkunden und deine eigene kleine Dschungeltour starten. Außerdem liegen überall am Boden frische Mangos, die gegessen werden dürfen. Definitiv einer meiner Lieblingsplätze auf meiner Südamerika-Tour!

Minca


6. Provinz Salta (Argentinien)

Zweifelsohne war der Norden Argentiniens (die Provinz Salta) eine der eindrucksvollsten Regionen für mich persönlich. Die wunderschönen Gebirgsketten der Anden, die in den verschiedensten Farben leuchten, Kakteen, soweit das Auge reicht und eine mehrheitlich indigene Bevölkerung lassen die Region zu einem unglaublichen Erlebnis werden. 

Nirgends sonst in Argentinien lassen sich die einzigartige Naturlandschaft und die Historie so erfahrbar machen. Bei der Fahrt durch die Gebirgsketten wirst du deine Augen nicht mehr von der Landschaft außerhalb des Autos abwenden können, so einzigartig ist die Aussicht. 

Salta, die von den Einheimischen auch „la linda“ (=„die Schöne”) genannt wird, gilt als Ausgangspunkt für deine Entdeckungen. Von dort aus lassen sich die vielen kleinen Dörfchen, Schluchten oder auch die Salinas Grandes, eine riesige Salzwüste, besichtigen. Definitiv einen Besuch wert ist das Dörfchen Purmamarca mit seiner Hauptattraktion, den Cerro de los Siete Colores, der durch die verschiedensten Mineralien in sieben Farben erleuchtet. Noch beeindruckender ist „El Hornocal“ (unten im Bild), der bei Humahuaca in einer Höhe von 4.500 Metern liegt und in 14 prächtigen Farben erstrahlt. Auch Historisches lässt sich in der Region besichtigen, wie die „Ruinas de los Quilmes“, die Ruinen einer historischen Befestigungsanlage.

Salta

 

7. Buenos Aires (Argentinien)

Buenos Aires ist für mich eine Stadt der Gegensätze mit einer langen Historie. Ich hatte auch enormen Respekt davor, in die Stadt zu reisen, aufgrund der Dinge, die ich über sie gehört habe und aufgrund dessen, dass es eine der Mega-Städte Lateinamerikas ist mit seinen 13 Millionen Einwohnern. 

Buenos Aires ist das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Argentiniens. Mit seiner Architektur erinnert es eher an eine europäische Großstadt, als an eine südamerikanische. Dies ist auch der langen Einwanderungsgeschichte aus Europa geschuldet, gilt Buenos Aires doch als Tor für die Einwanderer aus Europa. Moderne Bauten, bunte Viertel wie La Boca, der Tango, die riesigen Ferias, aber auch die Gegensätze zwischen Arm und Reich, lassen die Stadt als vielfältig und reich an Kultur, aber auch als gegensätzlich und kontrovers erscheinen.

Historisch gesehen ist der Plaza de Mayo der interessanteste und bedeutendste Platz für die Argentinier. Hier versammeln sich die Argentinier zu Protesten. Berühmt wurde der Platz durch seine Proteste seit 1976, zu Zeiten der Militärdiktatur unter der Militärjunta, als Zehntausende Menschen verschwanden, was einen tiefgreifenden Einschnitt für die Bevölkerung bis heute bedeutet. Die Proteste, bei welchen die Aufklärung der Fälle und einer Verfolgung der Verantwortlichen gefordert wird, dauern bis heute an. Ein Großteil der Fälle ist bis heute nicht aufgeklärt.


Buenos Aires

Buenos Aires

8. Cusco (Peru)

Mein Tipp zu Cusco in Peru: Plane dir auf jeden Fall mehrere Tage bis zu einer Woche allein für Cusco und die nähere Umgebung ein! Cusco gilt als Startpunkt zur Reise zum Machu Pichu, doch auch die Stadt und die nähere Umgebung hat so einiges zu bieten. 

Einzigartige Naturlandschaften und historische Bauwerke und Ruinen der Inkas laden zu einem einmaligen Erlebnis ein. Die Historie lässt sich am besten bei der Stadtrundfahrt erkunden, bei welcher historische Bauwerke in der Stadt und im Umland besichtigt werden.

Definitiv eine Besichtigung wert ist auch Ollantaytambo im Heiligen Tal der Inka, das auf 2.792 Höhenmetern liegt und eines der besten erhaltenen Bauwerke der Inkas ist. Unbedingt gesehen haben musst du auch “La Salinera de Mara”, die höchstgelegene Salzfarm der Welt. 

Mach dir in den Fotos selbst ein Bild von ihr. Ein fantastisches Naturerlebnis bietet der Rainbow Mountain, der in einer Höhe von 5.100 Metern liegt. Sieh dir das Foto an und du verstehst, warum es unbedingt auf deiner Bucketlist stehen muss!


Cusco

 

Cusco

9. Machu Picchu (Peru)

Auch wenn alle sagen, Machu Picchu in Peru sei das absolute Highlight auf der Südamerika-Reise, ist es bei mir persönlich nur auf Platz 2. Trotzdem stimmt es, was über Machu Picchu erzählt wird. Einen einzigartigeren Platz, an dem die Historie der Menschheit in einer solch eindrucksvollen Weise besichtigt werden kann, habe ich sonst nirgends erlebt. 

Von Cusco aus kannst du eine Tour zum Machu Picchu buchen. Von dort aus fährst du schließlich 6 Stunden lang zur Zugstation, an welcher du dich entscheiden kannst, ob du mit dem Zug fährst oder die 12 Kilometer zu Fuß läufst. Du kannst jedoch auch von Cusco schon die komplette Tour mit dem Zug fahren, was jedoch sehr teuer ist, weswegen ich mich dagegen entschieden habe. Ich bin schließlich auch die 12 Kilometer zu Fuß an den Zugschienen entlang ins Dorf gelaufen. Dort verbringst du schließlich eine Nacht bevor die große Tour startet. 

Auch vom Dorf aus musst du nicht zu Fuß den Machu Picchu besteigen, da es die Option gibt, mit einem zu Bus fahren. Ich habe mich jedoch dagegen entschieden und habe um 4 Uhr in der Früh zu Fuß die Tour gestartet, mit Gepäck die 2.500 unebenen Stufen den Berg hinauf. 

Auch wenn es wahnsinnig anstrengend war, war es der Sonnenaufgang und die einzigartige Landschaft definitiv wert und ich würde es jederzeit nochmal so machen. Schließlich erschöpft angekommen beim Machu Picchu erkennst du, warum alle so davon schwärmen. Einzigartigere historische Bauwerke in einer solchen gewaltigen Naturlandschaft sind selten zu sehen und waren definitiv den schwierigen Aufstieg wert.

Machu Pichu

 

10. Mein persönliches Highlight: Las Cataratas de Iguazu (Argentinien, Brasilien, Paraguay)

Das für mich persönliche Highlight auf meiner Südamerikareise war der Besuch der Cataratas de Iguazu – der größten Wasserfälle der Welt, die im Dreiländereck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay liegen und die einerseits von der brasilianischen und andererseits von der argentinischen Seite besucht werden können. 

Auf meiner kompletten Reise durch Südamerika hatte ich kein einziges Mal einen solchen Wow-Moment, wie zu dem Zeitpunkt, als ich aus dem kleinen Tourbus ausgestiegen bin und zum ersten Mal die Wasserfälle von der brasilianischen Seite aus sehen konnte.

Besichtige die Wasserfälle auf jeden Fall von der brasilianischen und der argentinischen Seite! 

Aus persönlicher Erfahrung würde ich einen Tag für die brasilianische Seite einplanen, da sie kleiner ist als die argentinische. Die brasilianische Seite ist definitiv einen Besuch wert – erstens aus dem Grund, da sie weniger touristisch ist als die argentinische, zweitens hast du einen unglaublichen Blick auf die Wasserfälle und es gibt die wahnsinnige Möglichkeit, mit einem Speedboot direkt unter die Wasserfälle zu fahren. Das kostet zwar um die 50 Euro pro Person, war dennoch das Highlight meiner kompletten Südamerikareise! 

Für die argentinische Seite solltest du auf jeden Fall zwei Tage einplanen. Sie ist um einiges größer als die brasilianische Seite und hat ebenfalls einiges zu bieten. Ein weiteres Highlight dieses Ausflugs war für mich, dass anstatt der „Vorsicht Reh!“-Schilder, wie wir sie hier kennen, „Vorsicht Jaguar!“-Schilder an den Straßen zu sehen sind.

 

Fazit

Südamerika ist ein unglaublicher Kontinent. Die Orte, die in diesem Blogbeitrag zusammengefasst wurden, bilden nur einen kleinen Teil der vielfältigen Orte und Landschaften ab. Um möglichst viel vom Kontinent in recht kurzer Zeit zu sehen, und um möglichst wenig Zeit mit der Planung zu brauchen, empfehlen wir immer, Einheimische um Hilfe zu fragen. Sie kennen ihr Land sehr viel besser als Google oder irgendein Blogger, so dass sie dir die besten & schnellsten Routen direkt weitergeben können.

Aber wie lernst du Einheimische kennen? Eine Möglichkeit: Mach ein Freiwilligenprojekt oder Auslandspraktikum über AIESEC. Oftmals lebst du in der Zeit bei einer Gastfamilie, die dir in allen Belangen - vor allem was deine Reiseroute angeht - mit Sicherheit helfen kann.


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